Pressemitteilung 21.01.2013

 

Fluglärm: „Die letzten Starts treffen die Griesheimer in der Einschlafphase“ 
GRÜNER Frank Kaufmann (MdL) zu Gast in Griesheim

Ein Jahr nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen, begrüßte Ramona Halbrock, GRÜNE Stadtverordnete und Vorsitzende des Ausschuss für Umwelt und Energie, am 17. Februar zahlreiche Interessierte im GRÜNEN Treff in der Sparkassenpassage zum Thema: „Vom Fluglärm geplagt?!?“. Gastredner war Frank Kaufmann, Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Kaufmann ist politischer Experte zum Thema und dafür bekannt, dass er seine geballte Erfahrung mit Fachlichkeit und Hartnäckigkeit zum Schutz der Bürgerinteressen in der Rhein-Main-Region einbringt.
Kaufmann erläuterte, warum die Beschwerden und der Protest gegen den Fluglärm in der Region nicht verstummen werden. Durch die neue Landebahn und den damit verbundenen Änderungen bei den An- und Abflugrouten, bei einer gleichzeitig steigenden Anzahl von Flugbewegungen, sind viele Betroffene hinzugekommen. „Ein gemittelter halbstündlicher Dauerschallpegel von unter 60Dezibel klingt im ersten Moment wenig bedrohlich. Aber wenn die Menschen jetzt bemerken, dass sie nach einem lauten Überflug senkrecht im Bett stehen, und nicht einschlafen können, spüren sie am eigenen Körper, welche Auswirkungen diese theoretischen Werte tatsächlich haben“ eröffnete Kaufmann die Veranstaltung, um weiter auszuführen „Wenn die Anzahl der Flugbewegungen - wie von uns GRÜNEN gefordert - nicht gesetzlich nach oben begrenzt wird, müssen wir uns auf noch mehr Fluglärm einstellen, denn die im Planfeststellungsbeschluss ermöglichte maximale Zahl von insgesamt 450 An- und Abflügen pro Stunde ist bei weitem noch nicht erreicht.“

Dass für Griesheim die Ausweitung des Nachtflugverbotes von entscheidender Bedeutung ist, zeigte sich bei den anschließenden Fragen und Redebeiträgen. Mehrere Betroffene beschwerten sich, dass gerade in der Stunde zwischen 22 und 23Uhr „mehrere langsame und dicke Flieger in geringer Höhe“ Griesheim überfliegen würden. Frank Kaufmann von den GRÜNEN konnte diese Beobachtung mit „der letzten Welle von Interkontinentalflügen nach Asien und Südamerika“ erklären, die „über die Startbahn West abgehen und damit über Griesheim voll in der Einschlafphase eintreffen“. Kaufmann erneuerte deshalb die GRÜNE Forderung nach einer Ausweitung des Nachflugverbot von 22Uhr bis 6Uhr, damit die „Nacht auch der Nachtruhe der Menschen entspricht.“

Bei seinen Ausführungen machte Kaufmann deutlich, dass der Flughafen Teil der Rhein-Main Region ist und die Region hierdurch Standortvorteile hat. Ein Wachstum um jeden Preis jedoch bedroht die Lebensqualität der Menschen und schränkt die Umlandgemeinden in ihrer Entwicklung stark ein. Für die GRÜNEN ist es deshalb erforderlich, die Aufgaben der Flugsicherung gesetzlich neu zu fassen. Heute besteht ihre Aufgabe ausschließlich darin, den Flugverkehr sicher, geordnet und flüssig zu organisieren. „Zukünftig muss der Auftrag lauten den Flugverkehr sicher und mit minimaler Lärmbelastung für die Bevölkerung vor allen anderen möglicherweise konkurrierenden Interessen abzuwickeln.“, so der GRÜNE Landtagsabgeordnete.

„Der Zuspruch zur Veranstaltung, die kritischen Fragen und berechtigten Forderungen von den Anwesenden, ergänzt durch die Hinweise von Frank Kaufmann, bestätigen die Griesheimer GRÜNEN in ihrem Bemühen, das Thema Fluglärm weiter intensiv zu bearbeiten. Wir stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung,“ resümierte Ramona Halbrock zum Abschluss der Veranstaltung.

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Zusatzinfomation:
Das Regierungspräsidium Darmstadt bietet eine einfache Prüfung an, ob ihre Adresse in dem Bereich liegt, für den es eine finanzielle Unterstützung zu Lärmschutzmaßnahmen gibt:

„... Ob und in welchem Lärmschutzbereich Ihre Immobilie liegt, können Sie über die Datenbanken im Schallschutzportal  herausfinden. Dort erhalten Sie auch Auskunft, ob Sie zum Kreis der Anspruchsberechtigten für Zuschüsse/Darlehen aus dem Regionalfonds gehören. ...“

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