SPIEGEL: Oxfam-Bericht – Acht Superreiche besitzen angeblich so viel wie die halbe Menschheit

[16.01.2016] SPIEGEL
Oxfam-Bericht –  Acht Superreiche besitzen angeblich so viel wie die halbe Menschheit
Von Nicolai Kwasniewski

Link  http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oxfam-8-milliardaere-sind-reicher-als-3-6-milliarden-menschen-a-1129932.html

“Die globale soziale Ungleichheit ist laut einer Oxfam-Studie offenkundiger als je zuvor: Demnach besitzen die acht reichsten Männer der Welt 426 Milliarden Dollar – und damit mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Pünktlich zum Weltwirtschaftsforum, zu dem sich von diesem Montag an die globale Elite aus Politik und Wirtschaft im schweizerischen Davos ein Stelldichein gibt, veröffentlicht die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam ihren jährlichen Ungleichheitsbericht. Die Zahlen für das Jahr 2016 sind drastischer als je zuvor: Die acht Reichsten der Welt kommen demnach auf Besitztümer im Gesamtwert von 426 Milliarden Dollar, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, 3,6 Milliarden Menschen, gemeinsam lediglich 409 Milliarden Dollar hat.

Kritik an der Oxfam-Methodik
Oxfam wurde in den vergangenen Jahren für seine Berechnungsmethode kritisiert. Bei den Vermögen der Superreichen verlässt sich die Organisation auf die Milliardärsliste des US-Magazins “Forbes”, das seine Schätzungen auf unterschiedlichen Wegen zusammenträgt. Die Summen sind nicht genau verifizierbar, aber die “Forbes”-Liste ist die zuverlässigste Sammlung über die Reichsten der Welt. Oxfam zählt dann die Vermögen von oben so lange zusammen, bis die Summe erreicht ist, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt.

Bei den Berechnungen für diese Hälfte richtet sich die Kritik dagegen, dass die Credit Suisse die Nettovermögen berechnet: Also alle Vermögenswerte abzüglich der Schulden. Auf diese Weise werden alle Vermögensstudien berechnet. Dabei würden aber, so das Gegenargument, auch Menschen erfasst, die aufgrund eines Studienkredits hoch verschuldet sind – aber bereits in einem extrem hoch bezahlten Job arbeiten. Das betrifft zum Beispiel US-Amerikaner, die sich für ihr Studium häufig sechsstellige Summen leihen – im Anschluss aber auf hochbezahlte Karrieren zusteuern. Im Vergleich mit einem indischen Bettler, der nichts besitzt aber eben auch keine Schulden hat, ist der US-Bürger in dieser Logik noch ärmer.

Oxfam hat auf die Kritik reagiert und darauf verwiesen, dass die Grundaussage gleich bleibt. Zum einen seien Menschen mit hohen Schulden und gleichzeitig hohem Einkommen sehr selten. Zum anderen änderten sich selbst wenn die Schulden der ärmsten zehn Prozent herausgerechnet werden an der extrem ungleichen Verteilung von Vermögen nur die Werte hinter dem Komma.  …”

S. a.  https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/21-januar-2014-000-85-milliardaere-besitzen-so-viel-aermsten-35-milliarden

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