Zustimmung zur Freibadsanierung nur, wenn dabei auch das Klima gewinnt

Pressemitteilung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 03.09.2020

„Das Griesheimer Freibad hat eine gute Badewasserqualität. Dank solider Bauweise, guter Pflege und regelmäßiger Wartung durch die städtischen Mitarbeiter kann das Bad für einen Betrag von 2 Mio € plus einem Puffer für Unvorhergesehenes fit gemacht werden für einen sicheren Weiterbetrieb von mindestens 15 Jahren“; fasst Christine Rossmann, GRÜNES Mitglied im zuständigen Schwimmbadausschuss das Ergebnis der kürzlich vorgestellten Machbarkeitsstudie zusammen. „Die Untersuchung hat zudem erneut gezeigt, dass ein Um- oder Neubau am vorhandenen Standort nur mit einer um 30% verkleinerten Wasserfläche und einem Vielfachen der Kosten möglich wäre. Mit der von uns mit angestrebten Sanierung erhalten wir für die Griesheimerinnen und Griesheimer die größtmögliche Wasserfläche mit einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis.“ Nach einem Zeitraum von 15 bis 20 Jahren sollen Hallen- und Freibad nach einem Grundsatzbeschluss der Kooperationsparteien von CDU, BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN, WGG und FDP an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt werden.

Während die Studie für Becken und Badewassertechnik konkrete Sanierungsempfehlungen erarbeitet hat, wurden für andere Teile des Freibades, wie Rutsche, Gebäude und Badewassererwärmung, verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, die jetzt kurzfristig vertieft zu untersuchen und dann von der Stadtverordnetenversammlung mitzuentscheiden sind. „Wir halten an dem bis heute nicht erfüllten Anspruch fest, Klimaschutzkommune zu sein. Dies haben wir bereits 2018 mit einem einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung angenommenen Antrag für eine zukünftig klimaneutrale Badewassererwärmung des Freibades deutlich gemacht. Diesen Beschluss gilt es jetzt konsequent umzusetzen“, betont Rossmann. Dem Energiebericht ist zu entnehmen, dass das Freibad drittgrößter städtischer Erdgasverbraucher ist und jährlich 63 Tonnen CO2 ausstößt. Das Freibad ist damit für 10% des durch Erdgas von den städtischen Liegenschaften verursachten CO2 Ausstoßes verantwortlich.

„Aus unserer Sicht eignet sich die Solarthermie optimal zur Badewassererwärmung. Der Wärmebedarf entsteht im Sommer, wenn die höchsten Lufttemperaturen und die intensivste Sonneneinstrahlung vorherrschen. Die derzeitige Badewassertemperatur von 23°C vereinfacht den Einsatz der für den Niedrigtemperaturbereich ausgelegten Solarabsorber. Auch die Lebensdauer entsprechender Anlagen passt mit 15 bis 20 Jahren zum geplanten Weiterbetrieb.“ erläutert Martin Tichy, GRÜNES Mitglied im Bauausschuss. „Hinzu kommt der finanzielle Aspekt, denn nie wurden so hohe Zuschüsse für entsprechende Anlagen gewährt, und auch eine Kombination von solarer Badewasser- und konventioneller Brauch- und Duschwassererwärmung ist förderfähig. Gleichzeitig wird der städtische Haushalt dauerhaft von steigenden Energiekosten entlastet. Die offenen Fragen der Statik der vorhandenen Dächer und der Anordnung der Absorberflächen können aus unserer Sicht gelöst werden.“ In der Region besitzt zum Beispiel das Waldschwimmbad in Mörfelden bereits eine Solarthermie Anlage. Ober-Ramstadt, und Schaafheim haben für entsprechende Anlagen vom Land bereits Zuschüsse bewilligt bekommen.

„Die GRÜNEN werden deshalb einer Sanierung des Freibades nur zustimmen, wenn auch das Klima dabei gewinnt; die Umstellung der Badewassererwärmung von Erdgas auf Solarthermie ist für uns der zentrale Ansatz dafür“, formuliert Tichy die eindeutige Erwartungshaltung der Griesheimer GRÜNEN.

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