Stadtverordnetenversammlung beschließt zwei bürgerschaftliche Müllsammelaktionen pro Jahr
Im Oktober reichte die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zwei Anträge in die Griesheimer Stadtverordnetenversammlung ein, mit dem Ziel, die zunehmende Vermüllung von Natur und Landschaft nachhaltig zu reduzieren. „Unzulässig weggeworfene Plastiktüten und -flaschen, Getränkedosen und -becher bis hin zu Kleidung und anderem Müll sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern stellen auch eine Belastung und Gefährdung von Tieren, Pflanzen und ganzen Biotopen dar“, betont Martin Tichy, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Wird dieser Müll nicht eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt, reichert er sich in der Natur, Böden und Gewässern an.“ Mit zukünftig zwei öffentlichen Müllsammelaktionen pro Jahr soll das Problem angegangen werden. Zusätzlich fordern die GRÜNEN, dass die Stadt durch den Verzicht von Plastikvliesen in städtischen Pflanzflächen mit gutem Beispiel bei der Vermeidung von Mikroplastik vorangeht.
Die zwei regelmäßigen öffentlichen Müllsammelaktionen pro Jahr sollen von der Stadt initiiert, zusammen mit dem Bauhof organisiert und in Kooperation mit Vereinen, Schulen, Unternehmen und engagierten Griesheimer:innen durchgeführt werden. „Der Bauhof leistet wertvolle Arbeit innerhalb der Stadt und in öffentlichen Anlagen. An Feldrändern, in Gräben, Begleitgrün und Hecken entlang von Straßen, Wegen und Freizeitflächen stößt er an personelle Grenzen. Hier wollen wir durch gezielte bürgerschaftliche Sammelaktionen helfen, den Müll systematisch zu beseitigen“, so Tichy. Die Bereiche sollen so gewählt werden, dass sie innerhalb von zwei bis drei Stunden abgesammelt sind, der logistische Aufwand für den Bauhof begrenzt bleibt und trotzdem nach und nach alle Gemarkungsflächen wiederkehrend gereinigt werden. Langfristig wünschen sich die GRÜNEN, durch die regelmäßigen Termine eine nachhaltige Bekanntheit und Wirkung zu erzielen. Darüber hinaus hoffen sie, dass sich engagierte Griesheimer:innen und lokale Unternehmen finden, die den organisatorischen Aufwand für die Stadt weiter verringern. Optimistisch stimmt die GRÜNEN dabei, dass das Problem von Bürger:innen nicht nur angeprangert wird, sondern dass es in der Vergangenheit bereits einzelne von Bürger:innen organisierte Sammelaktionen gegeben hat. „Wir spüren hier, dass die Menschen sich aktiv einbringen wollen“, betont Tichy
Mit dem zweiten Antrag zur Beendigung des Einsatzes von Kunststoffvliesen auf städtischen Pflanzflächen soll die Stadt bei der Vermeidung von Mikroplastik als Vorbild vorangehen. Bisher wurden diese Vliese – etwa auf dem Platz Bar-le-Duc – unter Stein- und Kiesschichten verlegt, um vermeintlich Unkrautaufwuchs zu hemmen. „Doch die Praxis zeigt: Die Vliese zersetzen sich mit der Zeit zu Mikroplastik, erschweren die Pflege und erfüllen ihren Zweck nicht nachhaltig“, kritisiert Werner Grimm, grünes Magistratsmitglied. Die Fraktion schlägt vor, bestehende Vliese schrittweise zu entfernen und als Abdeckung Rindenmulch und andere sich biologisch selbst abbauende natürliche Abdeckungen zu nutzen.
Beide Anträge wurden zunächst im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität am 29.10.25 vorberaten. Nach einer Aussprache und Erklärung durch Bürgermeister Krebs-Wetzl wurde der Antrag zur Beendigung des Einsatzes von Kunststoffvliesen zurückgezogen. Der Antrag zur Einführung von zwei öffentlichen Müllsammelaktionen pro Jahr wurde in der Stadtverordnetenversammlung am 06.11.2025 einstimmig beschlossen.