Redebeitrag Martin Tichy · Stadtverordnetenversammlung am 20.08.2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
ich gehöre ja mittlerweile zu den Menschen, die hier schon einige Zeit sitzen, doch davon, dass wir ein abwassertechnisches Problem bei der Entsorgung der Höfe und Anwesen im Außenbereich in der Südwestgemarkung haben sollen, habe ich durch diese Vorlage zu ersten Mal erfahren. Ich nehme einmal an, da ist es nicht nur mir so ergangen. Jetzt drängt uns die Verwaltung dazu unverzüglich und zusätzlich zum bisherigen Arbeitsprogramm tätig zu werden. Angesichts der erforderlichen finanziellen wie personellen Ressourcen, sollten wir dies gründlich prüfen.
Der Schutz unserer Umwelt und des Grundwassers liegt uns GRÜNEN sehr am Herzen, deshalb ist uns die Sanierung und Modernisierung der Kläranlage ein besonderes Anliegen, sowie die Funktionsfähigkeit unseres Kanalnetzes. Hier investieren wir zu recht jährlich Millionen, und ein Blick in die Finanzberichte zeigt, dass wir trotz guter Arbeit der Verwaltung nicht so schnell vorankommen wir gewünscht und geplant.
Dazu haben wir das Strassensanierungsprogramm, bei dem wir zurecht und zur Schonung der Geldbeutel unserer Bürgerinnen immer Kanal- und Straßensanierung zusammen machen. Damit beseitigen wir auch hydraulische Engstellen, und verhindern so, dass bei Starkregen Keller voll laufen. Beim ersten Straßensanierungsprogramm sind wir nicht mit allen Projekten fertig geworden, das zweite haben wir entsprechend reduziert, doch dann sollten wir jetzt sicher alle Projekte auch im geplanten Zeitraum zu Ende bringen. Die Erschließung vom Gewerbegebiet Rübgrund V sei nur am Rande erwähnt. Der Bereich Abwasser hat aus unserer Sicht mehr als gut zu tun, und soll jetzt auf die schnelle ein weiteres Projekt übernehmen?
Fakt ist aus unserer Sicht, dass die derzeitige Abwasserentsorgung der Höfe genehmigt ist und die gesetzliche Lage momentan keine (Ver)Änderung vorsieht.
Wir haben dort – so die Auskunft auf meine Nachfrage – keine kritischen Abwässer wie zum Bsp. intensive Mast-Tierhaltung o.ä, sondern es handelt sich mehr oder weniger um Hausabwässer. Alle vermeidbaren Abwässer (z.B. Dachentwässerung) werden – so die Aussage – bereits aus den Gruben ferngehalten.
Die Stadt soll jetzt die Planung dafür anstoßen dass die Höfe und auch alle Nutzungen die sich dort inzwischen eingefunden haben an die Kanalisation und damit die Kläranlage direkt angeschlossen werden. Dafür müssen die Abwässer bergauf fliesen. Wir sprechen geschätzt von 2 bis 2,5Mio€ von denen nur geringe Anteile von den Anliegerinnen, das meiste von den Gebürenzahlerinnen zu finanzieren ist. Die CDU hat sogar bereits von einer Aufnahme der Summe in den nächsten Haushalt gesprochen.
Der Schutz des Grundwassers ist uns als GRÜNEN sehr wichtig, doch wir sehen es hier, bei weiter ordnungsgemäßer Instandhaltung und Wartung der Gruben nicht gefährdet.
Wir fühlen uns ein wenig an pro aktiv anzuhebenden Türstürze und auszuwechselnde Böden in der Hegelsberghalle erinnert. Es geht um 16 Liegenschaften und 2,5Mio€ die wir über Kedite finanzieren müssen.
Gleichzeitig haben wir als GRÜNE darum kämpfen müssen, dass aus den Mittel des Sondervermögens für den Klimaschutz 1Mio€ verteilt über 10 Jahre zur Verfügung stehen. Geld und Personal ist knapp und endlich, die Klimakrise ist keine Prognose, sondern real. Wir müssen auch in Griesheim ganz wichtiges von wichtigem trennen.
Uns ist klar, dass andere Fraktionen zu einer anderen Abwägung kommen können, dies wird von uns nicht kritisiert, wir bitten sie jedoch unsere Punkte mit zu betrachten und zu beachten. In unserer Abwägung sind andere Projekte dringender.
Es gilt das gesprochene Wort M. Tichy 20.8.26